Oft angeführte Gefahren des Dampfens entschärft

16. 01. 22

Immer wieder wird in den Medien und auch von offiziellen Stellen auf die "Gefahren", "Schadstoffe" und "mögliche Schädlichkeit" des Dampfens hingewiesen.
Jetzt reden wir mal Klartext und veröffentlichen eine kleine Zusammenfassung von Norbert Zillatron:

Dämonisches Diacetyl :

Besonders die "Experten" des BfR präsentieren den Fund von Diacetyl (im Wortprotokoll der Anhörung am 11.1.2016 als "Tier-Acetyl"{sic] interpretiert ;) ) unheilschwanger-bedrohlich. Ja sicher, muss nicht unbedingt sein, aber deswegen gleich den Exorzisten rufen?

Wieviel ist den wirklich drin und was bedeutet das für einen Raucher, der umsteigen will? Könnte das eine Epedemie der "Popkornlunge" auslösen?
Zitat:
Ein durchschnittlicher Raucher nimmt durch Tabakrauch bis zu 8.660 µg Diacetyl am Tag auf und damit knapp 1.000 mal mehr als im Durchschnitt in dieser Studie gefunden wurde.
Tabakrauchen gilt zwar ansonsten als Risikofaktor für jede Menge Krankheitsbilder, jedoch nicht als Risikofaktor für die sog. „Popkorn-Lunge“.
[...]
Selbst wenn man das Kinderaroma „Pfirsich Schnapps“ mit den 238,9 µg Diacetyl als Extrembeispiel heranzieht, bleiben wir immer noch 12fach unter der besorgniserregenden Menge von 2.864 µg.
[...]
Da ein Durchschnittlicher Raucher am Tag ca. 6.020 bis 8.660 µg Diacetyl aufnimmt und der niedrigste Wert ab dem ein Fabrikarbeiter an BO erkrankte und vorher Diacetyl einatmete, bei 2.864 µg /8h war: Müssen Raucher Angst haben, an BO zu erkranken?
Einfache Antwort: Nein, müssen sie nicht! Zigarettenrauch ist kein Risikofaktor für BO!
[...]
In Deutschland gibt es einen Grenzwert für Diacetyl. Dieser MAK-Wert ist 70 µg pro m³.10
Dieser MAK-Wert gibt die maximal zulässige Konzentration eines Stoffes als Gas, Dampf oder Schwebstoff in der (Atem-)Luft am Arbeitsplatzan, bei der kein Gesundheitsschaden zu erwarten ist, auch wenn man der Konzentration in der Regel 8 Stunden täglich, maximal 40 (42) Stunden in der Woche ausgesetzt ist.
Wenn ich nun diesen Grenzwert von 70 µg pro m³ auf 8 h hochrechne, komme ich auf einen offiziellen Wert von 280 µg Diacetyl über 8 h – bei dem kein Gesundheitsschaden zu erwarten ist! Der oben angeführte Mittelwert aus der Studie von 9 µg pro Tag sind damit gerade einmal 3,2 Prozent.
Das kann man beim besten Willen nicht als „Bedenklich“ bezeichnen!
Quelle: http://blog.rursus.de/2015/12/diacetyl-es-ist-einfach-dinge-kompliziert-zu-machen/

Warum also diese Aufregung?
Muss wirklich jede Mücke als Säbelzahnmammut dargestellt werden?
Gibt es womöglich keine Untersuchungen, mit denen man nachweisen könnte, dass eine echte Gesundheitsgefahr besteht?

Cui bono?

Attraktive Aromen :

Als Begründung für möglichst drastische Beschränkungen der Aromenvielfalt wird immer wieder rhetorischer ritueller Kindesmissbrauch betrieben. Warum eigentlich? Beim der Umsetzung der TPD hat der Jugendschutz doch eigentlich nichts zu suchen. Der wird in einem eigenen Gesetz geregelt.

Doch bei fruchtigen und süßen Aromen ständig werden "Die Kinder!" als Argument missbraucht, da diese angeblich nur dazu gedacht seinen, diese "anzufixen". So als wäre das ein wissenschaftlicher Fakt. Dass Erwachsene vielleicht auch Geschmack an "kinderfreundlichen" Aromen haben könnten scheint unvorstellbar oder irrelevant. Das sind ja nur untermenschliche Nikotinsüchtige.

Doch sind diese Aromen wirklich so interessant für "Die Kinder!", wie immer postuliert wird? Was sagt eine entsprechende Wissenschaftliche Untersuchung? Sie wird das Dogma doch sicher bestätigen. Oder?
Zitat:
Wieder einmal zeigen die harten Fakten auf, dass Jugendliche Nichtraucher nicht an E-Zigaretten und insbesondere den Aromen interessiert sind.
Aromatisierte E-Liquids und auch E-Zigaretten üben laut der Studie eine sehr geringe Anziehungskraft auf Jugendliche aus.
Für diese Studie mussten die Teilnehmer die Stärke ihres Interesses auf einer Skala von 0 bis 10 beziffern. Für Jugendliche Nichtraucher lag dies im Durchschnitt bei 0,4.
Quelle: http://blog.rursus.de/2015/01/fakten-jugendliche-nicht-an-aromatisierten-e-zigaretten-interessiert/

Tatsächlich zeigten die Jugendlichen bei zwei der abgefragen Geschmacksrichtungen ein leicht erhöhtes Interesse: Tabak und Whiskey. Das sind doch die typischen "Kinderaromen", oder nicht?

Mörderische Metalle :

Neben "fatalem Formaldehyd" werden auch gerne mörderinsche Metalle erwähnt, die gefunden wurden. Überraschenderweise wird hier gerne auch mal der Vergleich mit Tabakrauch gezogen. "Überraschenderweise", weil die Experten diesen Vergleich sonst scheuen wie der Teufel das Weihwasser. Weniger überraschen, wenn sie dann (wahrheitsgemäß) erwähnen, dass im Dampf sogar teilweise mehr Metalle gefunden wurden als im Rauch!

Erschreckend schädlich!

Jedenfalls soll dieser Eindruck offensichtlich erweckt werden. Wenn man mal darüber nachdenkt, ist das nicht mehr so verwunderlich. Bei einer Tabakzigarette werden organische Stoffe verbrannt. Da findet man sowieso sehr wenig Metalle.

Und wenn man dann auch noch betrachtet, wieviel der Metalle eigentlich gefunden werden konnten, dann sollte man sich fragen, warum die "Experten" diese überhaupt erwähnenswert finden:
Zitat:
Blei: 0.34 mikrogram
Kupfer: 4.06 mikrogram
Chrom: 0.14 mikrogram
Nickel: 0.1 mikrogram
Und jetzt schauen wir uns einmal die USP-Standards an… Die Standards, welche die maximal erlaubte Dosis für die Stoffe/Metalle in Inhalationsarzneimitteln in den USA festlegt. Laut den „United States Pharmacopeial Convention, Revision Bulletin, Elemental Impurities–Limits, February 1, 2013“ wären maximal in Inhalationsarzneimitteln erlaubt:

Blei: 5.0 mikrogram
Kupfer: 100 mikrogram
Chrom: 25 mikrogram
Nickel: 1.5 mikrogram
Das bedeutet nun, dass selbst ein Dampfer, welcher viel Liquid konsumiert (10 züge entsprechen ca. 0,1 ml Liquid), könnte knapp 6ml Liquid am Tag verbrauchen und hätte immer noch nicht die Anzahl von Metallen Inhaliert, die gem. den USP-Standards als „Sicher für Inhalationsarzneimittel“ gelten.

Wenn man also nach der Studie von Williams et al. geht, hat man als Dampfer nichts mehr zu befürchten, als von Inhalationsarzneimitteln zu erwarten ist: Sie sind als „sicher“ eingestuft!
Quelle: http://blog.rursus.de/2013/04/entwarnung-fur-metalle-in-ezigarettendampf-gefunden/

Doch die "Experten" finden das "sehr bedenklich".

Fatales Formaldehyd :

Bei den möglichen Gefahren des Dampfens werden auch immer wieder Formaldehyd und Acrolein als schreckliche Gefahren dargestellt. BfR und DKFZ haben inzwischen mitbekommen, dass sie sich nur lächerlich machen, wenn sie diese Behauptung pauschal in den Raum werfen und schränken daher (korrekt) ein, dass dies nur in signifikanten Mengen entsteht, wenn es eine deutliche Überhitzung gibt. Gleichzeitig tun sie aber so, als könnte eine derartige Überhitzung jederzeit und völlig unbemerkt auftreten und den ahnungslosen Konsumenten unheimlich heimlich umbringen. Das zeugt entweder von Unkenntnis oder absichtlicher Täuschung. Beides wäre keine Empfehlung für einen Experten.

Lange bevor die Temperatur wirklich kritische Werte erreicht, erzeugt die beginnende Überhitzung bereits einen Geschmack, der jenseits von widerlich ist. Kein Mensch, der noch eine Spur von Geschmackssinn hat, wird das weiter dampfen, geschweige denn inhalieren. Und alle die Studien, die mit so schockierenden Formaldehyd-Werten für Schlagzeiten sorgten, erwiesen sich schnell als methodisch fehlerhaft. Und fähige Forscher hätten das vermeiden können, indem sie sich vorher darüber informiert hätten:
Zitat:
Wenn kein Liquid mehr nachfließt, wird nicht mehr ausreichend Liquid verdampft, die Heizwendel überhitzt und das restliche Liquid wird quasi verbrannt. Der E-Zigarettenkonsument kennt diesen Effekt als „Dry Hit“. Den Geschmack von so einem „Dry Hit“ empfinden die Konsumenten in der Regel als abschreckend und hören wegen dem beißenden Geschmack unmittelbar damit auf, die E-Zigarette zu benutzen.

Aber nicht nur Konsumenten kennen diesen Effekt: Wissenschaftler, die sich mit Testprotokollen für E-Zigaretten auseinandersetzen, können auf veröffentlichte Arbeiten zurückgreifen. So haben z.B. Farsalinos und Kollegen haben den „Dry Hit“ bzw. „Dry-Puff“ (und die Gründe dafür) bereits 2013 in dem Artikel „Evaluation of Electronic Cigarette Use (Vaping) Topography and Estimation of Liquid Consumption: Implications for Research Protocol Standards Definition and for Public Health Authorities’ Regulation“ unter Punkt 2.2 und 3.4.2 beschrieben.

Veranschaulichung

Wenn man einen gewürzten Hähnchenschenkel in einen 200° C heißen Backofen legt und nach 60 Minuten aus dem Backofen holt, ist das Ergebnis für einen Nichtvegetarier/Nichtveganer eine leckere Angelegenheit.

Wenn man nun einen gewürzten Hähnchenschenkel in einen 1000° C heißen Backofen legt und nach 12 Minuten aus dem Backofen holt, ist das Ergebnis für Jedermann: Ein dunkles, verbranntes und ungenießbares Stück „Kohle“ (welches allerlei krebserregende Stoffe enthält).
Quelle: http://blog.rursus.de/2015/01/formaldehyd-wie-man-aus-moskitos-elefanten-braet/

Und dann wird auch gerne noch angeführt, dass selbst kleinste Spuren ein unkalkulierbares Risiko seinen. Wenn man diese Experten beim Wort nimmt, dann sollte man aber gleich das Atmen einstellen! Spuren von Formaldehyd findet man auch bei Nichtrauchern und Nichtdampfern in der Atemluft. Der böse Körper produziert sein eigenes Gift!