EU plant Steuer für Dampfen

07.03.2016

Wer hätte das gedacht? Wie die  Times und der euobserver letzte Woche berichteten, wird die EU eine Steuer auf Dampfen vorbereiten. Am Freitag, dem 26.02.2016 einigten sich die Repräsentanten der Mitgliedsstaaten darauf einen ersten Schritt zu machen und die EU-Kommission um einen geeigneten Gesetzesvorschlag in 2017 zu bitten. Das Projekt soll am 08. März beim Treffen der Finanzminister bestätigt werden.

Bereits im Dezember 2015 stellt der Kommissionsbericht bezüglich der Direktive 211/64/EU an den europäischen Rat fest, dass ein Ausschluss der E-Zigaretten aus dem Geltungsbereich der besteuerbaren Produkte langfristig finanzielle Auswirkungen für die Mitgliedsstaaten haben könnte und ein Wildwuchs an Besteuerung durch einzelne Mitgliedsstaaten den internen Markt gefährden könnte.

Zitat: "Excluding e-cigarettes from the scope of excisable products might have significant long term budgetary implications for Member States. Some Member States have begun to levy a national tax on these products. This might in time jeopardize the proper functioning of the internal market if other Member States decide to do likewise in an uncoordinated way which would result in differentiated treatment across the EU." 

In den Schlussfolgerungen des Rates vom 26.02.2016  zu diesem Kommissionsbericht heißt es nun, dass E-Zigaretten nicht  in die Kategorie besteuerbarer Produkte der Direktive 2011/64/EU fallen und auch in vielen Mitgliedsstaaten nicht mit einer Verbrauchssteuer oder speziell geschaffenen Steuer belegt sind.

Sollten Marktbeobachtungen einen Zuwachs dieser Produkte verzeichnen, sind die Bemühungen, eine effiziente Besteuerung dieser Produkte zu entwickeln, zu verstärken.

Bei der Besteuerung soll die richtige Balance zwischen Einnahmen, Aufwendungen der Steuerbehörden und Zielen der öffentlichen Gesundheit gefunden werden.

Die Kommission wird nun aufgefordert, die Einführung neuer Produktkategorien zu prüfen um die angemessene und gleiche Besteuerung der neuen Produkte zu ermöglichen.

Die Kommission wird auch aufgefordert, einen geeigneten Gesetzesvorschlag in 2017 zu unterbreiten oder, im Fall dass sie das nicht tut, dies zu begründen.  

Zitat: "10. OBSERVES that some of the products, such as e-cigarettes, defined in Directive 2014/40/EU on the approximation of the laws, regulations and administrative provisions of the Member States concerning the manufacture, presentation and sale of tobacco and related products, do not fall into any of the categories of products subject to excise duty under Directive 2011/64/EU.

11. NOTES that in most of the Member States some of such non-categorised products, often being niche-products in the market, are not subject to an excise duty or any other specifically designed tax, and AGREES that the situation in the market should continue to be monitored and, should the market share of such products show a tendency to increase, the ongoing efforts to develop an efficient taxation method for such products would have to be intensified.

12. UNDERSCORES that, in this context, a solution for excise taxation of e-cigarettes, heated tobacco, other novel tobacco products and, where relevant, of products related to tobacco products, needs to be practical and foresighted, and strike the right balance between the revenue, expenses of tax administration and public health objectives.

13. CALLS upon the Commission, in this context, to examine possible ways forward towards the introduction of new product categories or definitions into Directive 2011/64/EU in order to facilitate an appropriate, equal taxation treatment of new products within the internal market and remove potential inconsistencies and legal uncertainty, which would lead to a even more unified approach at the level of EU legislation.

16. REQUESTS that the European Commission, taking into account these Council Conclusions, as well as the objectives set out in Directive 2011/64/EU, undertakes all relevant studies and, after carrying out relevant technical analysis, public consultations and impact assessment, submits to the Council an appropriate legislative proposal in 2017 or, in case it chooses not to submit a proposal, informs the Council of the reasons." 

 

Schlussfolgerungen:

·      In 2017 wird eine Verbrauchssteuer auf "neue Produkte" kommen, wie immer diese dann aussieht.

·      Bereits jetzt gibt es eine EU-weite Mindestbesteuerung auf Tabakprodukte, die von den meisten Staaten großzügig überboten wird. Wird diese als Maßstab angelegt, wird es teuer.

·      Wenn man sich die ganzen Texte durchliest, fällt eines auf: Es geht nur marginal um Gesundheit, in der Hauptsache geht es um "den Markt" und Geld. Schließlich betragen die Steuereinkünfte EU-weit 81 Mrd. Euro.

 

Nur so mal als Aussicht, hier der EU-weite Gesamtsteueranteil bei Zigaretten…



Neues dazu:

Neue Meldung EU-Dampf-Steuer

Quellen: 

http://vapers.org.uk/in-the-news-march-4th/

http://www.thetimes.co.uk/tto/news/politics/article4703618.ece

http://nnalliance.org/about-us/news/881-eu-set-to-tax-e-cigarettes-as-tobacco

http://data.consilium.europa.eu/doc/document/ST-6420-2016-INIT/en/pdf

http://eur-lex.europa.eu/legal-content/EN/TXT/PDF/?uri=CELEX:52015DC0621&from=EN

https://euobserver.com/science/132510